Grenzerfahrung (Zollunion Russland und Anreinerstaaten)

Von Ulan Ude geht es jetzt Richtung Süden zur Grenze der Mongolei. Nach runde 250km erreiche ich dann die Russisch Mongolische Grenze. Ab Ulan Ude hat sich das Wetter/Klima sehr verändert und es ist richtig warm, so um die 35Grad.

An der Grenze angekommen, muss ich erst mal eine Stunde in der prallen Sonne warten und dampfe bald aus allen Knopflöchern der Motorradkombi. Nachdem ich dann in das Zollgebiet rein gelassen werde, beginnt die nächste Etappe. Alle Dokumente werden verlangt und überprüft. Das Immigrationsdokument habe ich, aber keine Zolldeklaration für mein Motorrad. Hatte mich auch schon bei der Einreise von Kasachstan nach Russland gewundert, dass ich bzgl. meines Motorrades nichts deklarieren musste.
Ich gebe dem Zollbeamten zu verstehen, dass ich keine Zolldeklaration für das Motorrad bei der Einreise ausgestellt bekommen habe. Er schüttelt heftig mit dem Kopf und fordert mich mit zunehmender Lautstärke auf, ihm die Zolldeklaration auszuhändigen. Da ich ihm diese aber nicht geben kann,  lässt er mich links liegen.

Nach einer Stunde kommt der Zollbeamte wieder und schickt mich zur Passkontrolle. Auch hier werde ich wieder nach der Zolldeklaration gefragt … Irgendwann krame ich alle Dokumente heraus, die ich so habe und zeige die Zolldeklaration, die ich an der kirgisischen Grenze ausgestellt bekommen habe. Und siehe dar, hiermit können sie dann etwas anfangen, da ich mich in der Zollunion Russland, Kasachstan, Kirgisien, …. befinde. Wusste ich bis dto. nicht, dass es diese überhaupt gibt. Bin ich froh, dass sich dieser Punkt geklärt hat. Inzwischen werde ich aber von der Zollleitung, also Chefchef befragt und behandelt.

Bei der Passkontrolle tritt nochmal ein Problem auf. In meinem Pass mit dem russischen Visum sind die Stempel der vorherigen Länder wie Kirgisien, Kasachstan usw. nicht vorhanden, was mich schon mal verdächtig macht. Bis ich dann verstanden hatte, dass sie fehlende Stempel sucht (Chefchef ist eine Frau), gebe ich zu verstehen, dass ich einen zweiten Pass habe und zeige diesen auch vor. Mit großem Erstaunen wird dieser Pass in Augenschein genommen und man wundert sich sehr, dass ich einen zweiten Pass habe. Dies kann ich dann schnell erklären, da der zweite Pass im Dezember ungültig wird. Das ich noch einen dritten Pass dabei habe, verschweige ich aber vorsichtshalber. Als  auch das geklärt ist, fragt mich die Zollbeamtin, wo ich denn bisher so her gereist bin und wo ich hin möchte. Ich erzähle ihr von meiner Reiseidee und auch meinem Ziel. Inzwischen geht alles sehr freundlich und zuvorkommend von statten und sie füllt mir sogar noch  Dokumente aus und zeigt mir den Weg zu den nächsten Stationen. Gott sei Dank

Nach runde 4 Stunden ist es dann geschafft und ich kann den russischen Zollbereich in Richtung Mongolei verlassen.

Die Grenzformalitäten an der mongolischen Grenze sind nach einer Stunde erledigt. Ich habe jetzt sogar eine mongolische Fahrzeugverischerung.

Insgesamt habe ich für diesen Grenzübergang runde 5 Stunden benötigt und bin doch ziemlich entnervt von den Formalitäten. Aber so ist es nun mal, geschafft ist geschafft und nun auf ein nächstes.

3 Gedanken zu „Grenzerfahrung (Zollunion Russland und Anreinerstaaten)“

  1. Hallo Josef,
    du bist ja schon im Land deiner Träume. auf der Tagesschauseite war heute ein Foto von einem kleinen Jungen in mogolischer Tracht zu sehen, der ein Eis am Stil schleckte. es schein wirklich sehr warm dort zu sein.
    Es hätte aber auch heißer kommen können: am 6.7.1415 vor genau 501 Jahren wurde Jan Hus verbrannt.
    Wir wünschen dir weiter eine gute Reise und glückliche Heimkehr. Ulli und Nele

  2. Hallo Josef,
    sehr beeindruckend was Du alles so erlebst und wie Du das so meisterst. Unglaublich spannend, wie Du die Betty wieder reparieren konntest.
    Weiterhin viel Erfolg und gute Nerven (aber die hast Du ja).
    Gruß
    Olaf

    1. Hallo Olaf,
      schön zu lesen, dass meine Reise und die Erlebnisse so viel Interesse findet. Ich lerne dabei auch eine ganze Menge über mich selbst und bin auch im Nachhinein erstaunt, „was so alles geht“ bevor gar nichts mehr geht. Viele Grüße Josef

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