Georgische Traditionen und ein kleiner Ausflug ins Hinterland

Im letzten Beitrag hatte ich beschrieben, was ich für kleine Situationen erlebt habe, bis ich mein Hotel in Kobuleti beziehen konnte. Ich habe mich kurzfristig entschlossen, nachdem ich in den letzten Tagen recht viele Kilometer gefahren bin, einen Tag Pause einzulegen und mich auszuruhen.

Beim Frühstück gibt mir der Hotelwirt den Tipp, mal einen Ausflug in die naheliegenden Berge zu unternehmen. Es sei sehr schön dort. Den Tipp nehme ich an und unternehme den kleinen Ausflug ins Hinterland.

Des weiteren erfahre ich, das jetzt in Georgien Ostern  gefeiert wird und die Familien am Nachmittag gemeinsam zum Friedhof gehen, um die Toten zu ehren.

Ausflug ins Hinterland:
Auf dem Lande geht es doch recht ärmlich zu und es ist deutlich zu erkennen, dass die Menschen hier sich viel vom kleinen Garten selbst versorgen.

Am Nachmittag lädt mich überraschender Weise der Hotelwirt zu seiner Familienfeier ein, die um 19:00 beginnen soll. Ich nehme gern an.

Familienfeier auf georgisch

Ich habe einiges im Reiseführer über die sprichwörtliche Gastfreundschaft und der vielseitigen Küche gelesen.

Auf der Feier konnte ich mich persönlich davon überzeugen. Der Tisch wurde im Laufe des Abends mit immer mehr Speisen gedeckt, sodaß absolut kein Fleckchen mehr auf dem Tisch frei war.

Nachdem wir alle beisammen sitzen und mit dem Essen beginnen, wird der georgische Wein in großen Trinkgläsern aufgetischt. Der georgische Wein hat Ähnlichkeiten vom Geschmack wie ein Sherry und schmeckt sehr gut. Nicht das ihr denkt, der Wein kommt aus Flaschen mit Etikett, nein, es steht gleich neben dem Tisch eine 10ltr. Plastikgallone, aus der in ein Litermaß umgefüllt und dann nachgeschenkt wird.

Es ist Tradition, dass die Männer sich alle paar Minuten erheben und sich gegenseitig einen Trinkspruch geben und anschließend das Glas in einem Zug geleert wird. Diese Trinksprüche sind nicht einfache „Saufsprüche“, sondern haben auch einen tieferen und wertschätzenden Hintergrund. Ein paar Mal mache ich da mit, aber halte mich dann doch irgendwann zurück mit der Begründung, dass mein Magen das nicht mitmacht. Irgendwie finde ich diese Tradition nicht schlecht. Der Abend hat mir Freude gemacht und ich werde ihn wohl so schnell nicht vergessen.

2 Gedanken zu „Georgische Traditionen und ein kleiner Ausflug ins Hinterland“

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