Motor verliert Oel, zu Besuch in einer Royal Enfield Werkstatt und kleine technische Zwischenbilanz

Bilder zur Motorreparatur

Irgendwo auf der Strecke zwischen Kargil (im Kaschmirgebiet) und Leh habe ich eine Fahrbahnsperrung mit dicken Steinen übersehen und bin voll drüber gerasselt. Erstaunlicherweise haben die Felgen mal wieder nichts abbekommen, aber der Oelwannenschutz hat eine Beule durch einen Stein bekommen. Am zweiten Tag danach sind dicke Oeltropfen unter dem Motorrad zu sehen 🙁 Inzwischen bin ich runde 1.000km weiter gefahren und der Oelverlust wird immer deutlicher.

In Agra nehme ich mir dann endlich die Zeit, um die Ursache herauszufinden, da ich so wahrscheinlich nicht mehr bis Bangkok kommen werde (Oel tanken und Benzin nachsehen). Meine Vermutung ist, dass der Wellendichtring an der Generatorseite mit 130.000km hin ist. Also versuche ich einen halben Tag per Telefon in Agra oder New Delhi einen neuen Wellendichtring (30x42x7) zu bekommen. Fehlanzeige, eine BMW Motorradwerkstatt ist hier einfach nicht aufzutreiben. Nebenbei gesagt hilft mir Carlos, mit dem ich inzwischen seit 15 Tagen zusammen in Indien unterwegs bin, mit Rat und Tat.

Aber Royal Enfield Werkstätten gibt es einige. Also entschließe ich mich, mein Glück in Agra bei einer Royal Enfiled Werkstatt zu versuchen. Als ich dort ankomme, wird erst mal mein Motorrad.  bestaunt und jede Menge sielfies gemacht. Auch der Werkstattmeister und Geschäftsführer schauen sich meine Maschine an und überlegen, wie sie mir helfen können. Nach runde 3 Stunden gemeinsamer Arbeit ist der Motor wieder dicht. Vielen Dank an Rishi, dem Werkstattmeister und seiner Crew. Die Ursache war Gott sei Dank nicht der Wellendichtring, sondern ein Crack in der Generatorplatte an der Frontseite des Motors. Also hat der Steinschlag bei der Straßensperre den Schaden verursacht.

In meinem Ersatzteilesortiment habe ich für den Fall der Fälle auch Flüssigmetall als 2 Komponentenkleber dabei. Und tatsächlich, mit dem Kleber kann ich das Leck abdichten. Sieht zwar nicht schön aus, aber Hauptsache es geht weiter (Zitat Panni).

Zwischenbilanz:

Seit Beginn meiner Reise vor 154 Tagen bin ich jetzt 30.000km gefahren. Vor mir liegen noch runde 5.000km bis nach Bangkok.

Meine Betty hat perfekt durchgehalten. Der Kilometerstand der Maschine ist mit Stand heute 131.000km. Auf dieser Reise habe ich 2 geplante Services in Osh durchgeführt, in dem ich nur die Reifen, den Luftfilter und einmal die Bremsbeläge gewechselt habe.

Ventile nachstellen, Oelwechsel, Zündkerzenwechsel und sonstige Wartungsarbeiten habe ich mir vorerst verkniffen. Oel verbraucht der Motor ansonsten fast gar nicht. Die jetzigen Reifen von Haidenau haben 18.00km ausgehalten und schaffen es hoffentlich noch bis Bangkok. Dann hätten sie eine Laufleistung von beachtlichen 23.000km. Nebenbei gesagt, ich habe das Motorrad nicht um jede Kurve getragen 🙂

Den Rahmenbruch oder die undichte Stelle am Motor habe ich ja selbst verursacht, naja, kann ja mal vorkommen 😉

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