Richtung China und als letzte Station in Kirgisien nach Sary Tash

Nach Sary Tash und dem Base Camp von Peak Lenin

Bilder von Sary Tash

Nach der erholsamen Pause und der Motorradpflege in Osh treffe ich mich mit Thomas aus der Schweiz und wir fahren gemeinsam nach Sary Tash, um von dort aus am anderen Morgen über den Irkeshtam Pass (3.005m) und weiter zur chinesischen Grenze zu fahren. Von Sary Tash sind es dann noch runde 80km gute asphaltierte Straße bis zur chinesischen Grenze.

Sary Task liegt im Dreiländer-Eck Kirgisien, Tadschikistan und China auf 3.100m Höhe. In Sary Tash finden wir ein ganz neues Guesthouse mit Namen Muras. Wir haben eine gute Wahl getroffen, es ist sauber und das Essen schmeckt prima.

Da die Strecke für heute von Osh nach Sary Task mit 180km überschaubar ist, planen wir von Sary Tash noch einen Ausflug zum Base Camp des Peak Lenin, der 7.143m hoch ist. Ganz bis zum Base Camp schaffen wir es aber nicht. Trotzdem ein netter Ausflug.

Abends treffen wir Uwe und Peter, die mit ihrem Dnepr Gespann aus Dresden gekommen sind. Sie sind seit 2 Monaten unterwegs. Sie berichten uns, dass sie in Osh großes Pech gehabt haben und Uwe der Pass mit einigen Unterlagen und Bargeld aus dem Hotel gestohlen wurde.  Damit ist für die Beiden der Strecken- und Zeitplan komplett über den Haufen geworfen worden. Trotzdem ist die Stimmung bei den Beiden nicht komplett im Keller und wir verbringen noch einen unterhaltsamen Abend im Guesthouse.

Kinderbücher und ihre Weisheiten

Als kleine mentale Einstimmung für China und Pakistan fällt mir die Geschichte von Michael Ende mit Jim Knopf und Lukas und dem Scheinriesen Hr. Turtur ein 🙂 Schwierigkeiten oder Herausforderungen auf dieser Reise haben sich für mich oft bei näherer Betrachtung als lösbar und als gar nicht so schwierig herausgestellt. Es kostet mich aber trotzdem Überwindigung, die Dinge und Herausforderungen näher zu betrachten.

 

Zufällige Begegnungen und was sonst noch so war

Bilder Osh

Auf der Fahrt von Bishkek nach Osh nehme ich mir ein Hotel am Toktogol See. Am anderen Morgen beim Frühstück gesellen sich 2 Urlauber aus Hongkong zu mir. Im Laufe des Gespräches stellt sich heraus, dass sie einige Erfahrungen über Pakistan und den Karakorum Highway (KKH) haben und sie geben mir noch gute Tipps zu Sehenswürdigkeiten und guten Unterkünften. Sie schwärmen über den Norden Pakistans als tolles Gebiet fürs Paragliding. Das klingt doch alles gut 🙂 .

In Osh in meinem Guesthouse übernachtet auch ein Team, dass die Mongolia Rally mitfährt. Das Team besteht aus einem Engländer und einem Franzosen. Mit Joe, dem Engländer komme ich näher in Kontakt und ich kann ihm ein wenig über meine Erfahrungen aus der Mongolei berichten. Beim Bier hat er mir über ein Projekt in England berichtet, in dem er mitgearbeitet hat, dass das Ziel hatte, das schnellste Auto der Welt zu entwickeln. Soweit wie ich es verstanden habe, haben sie mit dem Auto dann einen Geschwindigkeitsrekord mit 1.4 Mach aufgestellt. Wow.

Motorradpflege

Nach der großen Schleife durch Kasachstan, Sibirien und der Mongolei steht für mein Motorrad wieder ein wenig Pflege und Service auf dem Plan. Die Reifen sind nach 14.000km bis auf ein paar Millimeter herunter gefahren und beim genaueren Hinsehen hat der hintere Reifen einen 3cm langen tiefen Riss. Au man, das hätte bald einen Platten gegeben und war höchste Zeit, ihn zu wechseln. China und den KKH in Pakistan hätte dieser Reifen nicht mehr geschafft. Auch die Bremsbeläge sind total herunter gefahren und mussten ausgewechselt werden. Leider habe ich keine Ersatzbeläge mit, sodass wir bei Muztoo nach alter Väter Sitte einfach neue Beläge aufgenietet haben. Ich  muss dann wohl ein bisschen vorsichtiger fahren. Ansonsten habe ich jetzt runde 25.000km auf der Seidenstraße-2016 mit meiner Betty zurückgelegt und sie ist bisher tadellos gelaufen, toi,toi, toi. Bis Thailand sind es wohl noch 10.000km.

Die Pause von einer Woche in Osh konnte ich gut nutzen, um mich auf die Einreise in China vorzubereiten und mich auch weiter mit dem KKH in Pakistan auseinander zu setzen. Die Informationen von „Overlander“, die kürzlich die Strecke gefahren sind, hören sich sehr vielversprechend an. Von Thomas, mit dem ich zusammen durch China fahren werde, habe ich auch noch sehr gute Details über den KKH zur Streckenplanung und den Unterkünften bekommen. Auch diese Infos stimmen mich zuversichtlich für die Reise durch Pakistan 🙂 .

In „meinem Guesthouse“ übernachten auch für mehrere Nächte eine 8 köpfige Bergsteigergruppe aus Russland. Sie haben ihre Bergwanderung in einem Bergmassiv an der chinesisch, tadschikisch, kirgisischen Grenze leider abgebrechen müssen, da 2 von Ihnen abgestürzt sind und sich dabei erheblich verletzt haben, sodass sie mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden mussten. Aber trotzdem war ihre Stimmung nicht am Boden. Die Bergsteigergruppe wird geleitet von Andrej, dem mehrfachen russischen Champion im Bergsteigen. Er gilt als eines der erfahrensten Bergsteiger Russlands und hat einige Bergmassive in Zentralasien „erschlossen“ und dokumentiert. Es war für mich auch eine sehr nette und abwechslungsreiche Begegnung.

 

Besuch bei Wlab und seinen Großeltern in Kasachstan

Besuch bei Wlad und der kasachischen Familie

Die Fahrt von Branaul nach Kasachstan und Semey verläuft unspektakulär. Der Grenzübergang bei Rubzkowsk ist sehr klein und übersichtlich. Ein russischer LKW Fahrer ist mir behilflich bei den einzelnen Stationen im jeweiligen Zoll. Er hat wohl mein T-Shirt gesehen und den Aufdruck mit den Ländern gelesen, die ich bereist habe und noch bereisen möchte. Da ich in der russischen Zoll-Union unterwegs bin, brauche ich keine Zolldeklaration fürs Motorrad … Sie muss erst wieder vorgelegt werden, wenn ich von Kirgisien nach China ausreise.

In Semey komme ich wieder im Hotel Semey für 17€ unter. Im Hotel treffe ich eine malaysische Bikerin mit Vornamen Anita, die ihre Weltumrundung fast abgeschlossen hat und mir scheint, dass sie froh ist, bald wieder zu Hause zu sein.

Die Strecke von Semey nach Almaty hat für mich ja noch eine Vorgeschichte. Zwischen Ajagös und Taldykorgan habe ich aus der anderen Richtung kommend mein Motorrad zerlegt bzw. ist mir der Rahmen gebrochen. Die Straßenverhältnisse sind dort katastrophal, da hilft auch ein Endurofahrwerk nicht mehr viel.

Bei der kasachischen Familie und Wlad, die mir seiner Zeit geholfen hat, muss ich einfach vorbei fahren und hallo sagen. Die Familie hat seit der Reparatur ständig meine Reise im Internet verfolgt und mich so begleitet. Ich bin natürlich nicht mit leeren Händen gekommen und habe dem Großvater den besten Wodka mitgebracht, den ich kaufen konnte und auch dem Rest der Familie kleine Geschenke mitgebracht. Es war ein herzliches Wiedersehen … Wlad hat es sich nicht nehmen lassen, mir mit seinem selbst gebauten Quad entgegen zu kommen.

Nach Almaty sind es noch runde 500km. Über die Fahrt dahin gibt es nicht viel zu erzählen. Landschaftlich ist der Südosten von Kasachstan aber gar nicht so langweilig durch seine Bergketten am Horizont.

Bei Yeldos und bei den Free Riders

In Almaty treffe ich Yeldos in seinem Restaurant Eldoro wieder. Auch mit Tim, den ich in der Mongolei im Guesthouse Oasis getroffen habe, verabrede ich mich dort. Yeldos war seiner Zeit bei meinem Crash mit dem Motorrad mein Ansprechpartner und „Übersetzer“. Ich empfand es als extrem hilfreich im kasachischen nirgendwo einen Ansprechpartner zu haben, der mich versteht und die richtigen Tipps geben konnte. Der Abend war herrlich und abwechslungsreich, Yeldos, vielen Dank. Nebenbei hat Yeldos uns „kleine Einblicke in die Denk- und Verhaltensweise“ hier in Kasachstan gegeben ….

Am darauffolgenden Abend fahre ich zum Clubhaus der Free Riders. Auch der Abend war abwechslungsreich und nett. Leider war an diesem Abend keine Life-Musik.

Am darauffolgenden Tag geht’s dann weiter nach Kirgisien und Bishkek. Der Grenzübergang nach Kirgisien war sowas von easy, in 15min hatte ich beide Grenzkontrollen passiert. So schnell kann es auch gehen 🙂 . Auf der kirgisischen Seite winkt mich ein Zollbeamter am Ende der Schlange zu sich, will meinen Pass sehen und verschwindet für 3min und kommt dann mit abgestempelten Pass wieder und meint, herzlich willkommen in Kirgisien und wünscht mir weiter gute Fahrt. Ich bin für einen kurzen Moment sprachlos.

Aber am Ende des kirgisischen Zollbereiches holt mich die andere kirgisische Wirklichkeit wieder ein. Da es heute mal wieder eine Affenhitze ist, fahre ich im Zollbereich und 10m außerhalb ohne meine Motorradjacke und Helm. Dafür werde ich doch gleich von der Polizei beiseite beordert und man nimmt mir meinen Pass ab und ich soll mal in die Polizeistation kommen. Dort wird mir vom Chef (3 Sterne) erklärt, das ich einen großen Fehler gemacht habe und dafür bezahlen muss. Naja, nach 10min Diskussion mit mir, er auf Russisch oder Kirgisisch und ich auf Deutsch hat er dann aufgegeben und mir mit einem etwas gezwungenem lächeln meinen Pass wieder gegeben. Geht doch 😉 .

In Bishkek bin ich in einem ganz neuen kleinen Hotel mit Namen My Hotel für 15€ unter gekommen. Ein absoluter Volltreffer. Dies Hotel ist auch eine kleine Drehscheibe für Reisende und so für mich auch sehr abwechslungsreich.

Derzeit bereite ich meine Einreise nach China, Pakistan und Indien vor. Mir scheint, es ist alles soweit präpariert. Aber die Einreise mit dem eigenen Fahrzeug nach Thailand macht noch Schwierigkeiten. In Thailand wurde ein neues Gesetz, siehe PDF:Overland_Thailand_20160801_LM erlassen, dass Ausländer mit dem eigenen Fahrzeug ein Permit und eine thailändische Versicherung benötigen. Damit einher geht mal wieder ein erheblicher Papieraufwand und das Anschreiben an das thailändische Verkehrsministerium muss unterschriftenbeglaubigt sein. Mal schauen, ob das heute bei der deutschen Botschaft in Bishkek gelingt.

Altai in Sibirien und Motorradinspektion in Branaul

Campingplatz und Ausflug ins hintere Altai

In Ölgii (Mongolei), im Blue Wulf, ca. 120km vor der russischen Grenze treffe ich Marko und Mladen wieder und wir genießen zusammen die nächsten 1000km bis Branaul.

In Ak Tasch in Sibirien treffe wir die 3 Biker aus München, Bastian, Denis und Fabian wieder, die sich aufgemacht haben, die Welt in 2 Jahren zu umrunden. Jetzt stehen 3 BMW GS Maschinen und 3 Africa Twin auf dem Campingplatz. Da biete sich doch ein Foto Shooting an. Über FB und Whatsapp und den Navis ist es doch sehr einfach geworden, in Kontakt zu bleiben und sich irgendwo im Nirgendwo zu verabreden.

Am nächsten Tag machen wir uns mit 7 Motorrädern auf ins Hinterland des Altai, dem Telezker See. Gail, ein Biker aus den USA hat sich auch noch zu uns gesellt und ab geht die wilde Fahrt. Da es größten Teils sehr raue Piste ist, bricht mein Rahmen ein drittes Mal und ich kehre frühzeitig zum Campingplatz zurück. Meine Betty und ich sind wohl doch nicht mehr die Jüngsten und können nicht mehr mithalten mit den jungen Wilden.

Von Ak Tasch fahren Mladen, Marko und ich in einem Stück bis nach Branaul und finden nach etwas suchen ein günstiges Hotel im Zentrum.

Branaul ist für mich eine wichtige Station, um das Motorrad und mich selbst wieder einigermaßen auf Vordermann zu bringen.

Branaul

Über Hubert, einem Biker aus Österreich habe ich von einem Bike Club in Branaul gehört, den wir dann am nächsten Morgen aufsuchen, um vielleicht einen Tipp zu bekommen, wo ich mein Motorrad wieder schweißen lassen kann. Der Tipp des Besitzers des Bike Club erweist sich als super Tipp. Aber auch die Bike Bar selbst ist der Hammer, was meine Bilder eigentlich gar nicht wiedergeben.

In der Motorradwerkstatt angekommen, wird mein Motorrad erst mal inspiziert und überlegt, wie die Reparatur von statten gehen kann. Mladen und Marko sind mitgekommen und wollen doch sicherstellen, dass ich in guten Händen bin … Mladen, der perfekt russisch spricht ist eine super Hilfe und so ist die Reparatur fast ein Selbstläufer. Nach einer 1/2 Stunde taucht noch ein Schweißer auf, der sich dann auch professionel ans Werk macht. Der Werkstattmeister und der Schweißer legen sich beeindruckend ins Zeug und leisten eine super Arbeit. Alles in allem kostet mir diese Reparatur 50€, absolut geschenkt.

Am Nachmittag, wo für Mladen und Marko klar ist, dass die Reparatur des Motorrades gelingen wird, haben sich die Beiden von mir verabschiedet. Der Abschied ist mir doch sehr schwer gefallen, da ich die Beiden sehr in mein Herz geschlossen habe.

Am Abend fahre ich dann noch mal zur Bike Bar, um mich beim Wirt zu bedanken. War ein sehr schöner Abend mit einigen Bikerbären, gemäß den Voruteilen … Am anderen Morgen hatte ich noch länger leichte Kopfschmerzen …

Wenn ich die letzten Tage vor meinem geistigen Auge vorbei ziehen lasse, muss ich wieder mal feststellen, es waren wieder tolle Begegnungen, die meine Reise so lohnenswert und einmalig werden lassen und viele Vorurteile ins nichts verschwinden lassen.

Mongolei pur

Mongolei pur mit seiner Schönheit und seinen Herausforderungen

Landschaften

Meine Stationen in der Mongolei (von Ost nach West) waren:
Von Ulaanbaatar(Osasis) – Tsetseleg(Fairfield) – Tariat(Tunga Guesthouse) – Tosentsengel – Uliastai – Altai – Khovd – Ölgii(blue wulf) zur Grenze nach Russland und ins sibirische Altai Gebirge.

Der Track

Warum habe ich diese Strecke gewählt?

Das Arkhangai- und Zavakhan- Gebiet gilt als landschaftlich sehr schön und ist entgegen dem Norden um Ulaangom bzgl. der Wasserdurchfahrten für Motorräder noch machbar. In die Gobi oder den Norden zum Khövsgöl See habe ich mich allein mit meiner 320kg Maschine nicht getraut.

Die Mongolei ist landschaftlich faszinierend schön, ursprünglich und einsam mit seinen „unendlichen“ Weiten in seinen Tälern. Es bietet einem Enduro-Fahrer alles was er möchte (oder auch nicht möchte), von Schotterpiste, Wellblechpiste, „Fesh Fesh“ in den kilometerlangen Baustellen, Wasserdurchfahren und Sandpisten, oder gar keine Wege.

Das Leben außerhalb der Städte in den Gears findet unter einfachsten Bedingungen statt.  Dies teilt man als Reisender vom Essen … bis zur Toilette. Das mongolische Essen hat mir einmal ordentlich den Magen verdorben, sodass ich mehrere Tage pausieren musste. Das war auch mental eine Talfahrt. Mich hat das Leben fast ohne Komfortzone irgendwann auch belastet und stark in Anspruch genommen, aber doch nicht so weit, dass es mir die Freude an diesem Land genommen hat. Ohne die Endurotrainings hätte ich wahrscheinlich die Reise nicht alleine geschafft. Bis auf einen Sturz in einem Morastgebiet haben meine Betty und ich es fast unbeschadet überstanden. Hab meine Maschine dann allein wieder aufrichten müssen. Es hat mich 3 Anläufe gekostet und ging auch nicht ohne einen Wutschrei ab. Mein Rücken fand das nicht so gut und hat mir noch mehrere Tage gesagt, mein Freund, das war zu viel …

Begegnungen:

In Turiat

In Tariat (am weißen See) habe ich Anne getroffen, sie ist allein mit dem Fahrrad unterwegs. Tutunga hat in den USA, in Michigan studiert und als Beste das Examen abgeschlossen, sich dann aber für ihre Heimat, der Mongolei entschieden.

Marianne und Ulli mit Ihrem Wohnmobil in der Mongolei (Zebra)

Marko und Mladen aus Serbien habe ich in der Mongolei 4 mal wieder getroffen und eine herrliche Zeit mit ihnen verbracht. 2 klasse Enduro Fahrer. Und dann der Abschied im Altai

Motorradrahmen ein zweites Mal gebrochen

Nicht ganz unerwartet ist mir der Rahmen auf der rechten Seite noch mal gebrochen. 600km in der Mongolei mit gebrochenem Rahmen Offroad zu fahren, fühlt sich nicht gut an, aber ich habe es dann doch bis zur russischen Grenze und asphaltierter Straße geschafft. Im Altai habe ich sonntagsmittags einen Schweißer auftun können, der mir den Rahmen notdürftig geflickt hat. Hat leider nicht bis Branaul gehalten.

Man, war ich erleichtert, als ich die Mongolei hinter mir hatte und in einem Stück an der russischen Grenze angekommen war!!!

2. Status Spendenaktion über Projekt gegen Kinderarbeit

Spenden_Status_02MISEREOR Spendenprojekt gegen Kinderarbeit in Indien

Inzwischen bin ich seit runde 95 Tagen auf meiner Reise und konnte hierbei viele schöne Erfahrungen und kleine bis große Abenteuer erleben.

Ich denke, es ist ein guter Zeitpunkt, über den Spendenstatus zu informieren. Es sind inzwischen 3.537€ von Euch gespendet worden. Dafür möchte ich meinen großen Dank aussprechen. Wir sind damit dem Spendenziel schon ein großes Stück näher gekommen.

Helft mir weiter mit, dieses Projekt zu unterstützen. Es ist für mich eine große Motivation, weiter meinen Blog zu betreiben und über meine Erlebnisse zu berichten. Über jede weitere Spende werden sich die Kinder und Verantwortlichen des Spendenprojektes sehr freuen und Ihnen helfen.

Spendenbutton

Wer bisher noch wenig über das Spendenprojekt in Erfahrung bringen konnte, kann weitere Infos finden unter: Spenden-Projekt.

Ich werde Euch weiter mit dem Spendenstatus auf dem Laufenden halten.

Ulaanbaatar und Tsetserleg

Erste Landschaftseindrücke von der Mongolei und seiner Hauptstadt Ulaanbaatar

Gästehaus Oasis in Ulaanbaatar

Nach der langen Fahrt durch Sibirien habe ich mir eine Pause in Ulaanbaatar im Gästehaus Oasis verdient. Aber die Fahrt durch die komplette Stadt Ulaanbaatar bei über 35° und dem Stopp und Go Verkehr ist doch sehr ermüdend und anstrengend. Aber dank des Navi gibt es keine Probleme, das Gästehaus Oasis zu finden. Oasis ist ein echter Treffpunkt für viele Reisende, die in die Mongolei kommen, egal ob mit dem Motorrad, dem Campingauto oder per Rucksack.

Und so treffe ich auch viele Biker und andere Reisende aus aller Herren Länder. Alle haben eines gemeinsam, sie reisen gerne und interessieren sich für die Fremdartigkeit der Kulturen und die Menschen. Die Tage und Abende sind dementsprechend kurzweilig für mich und ich erfahre so viel über die Mongolei.

Fast alle haben etwas an ihren Fahrzeugen zu reparieren, da die Mongolei mit seinen Straßen und Offroad Strecken oft das „Material und den Menschen“ überfordert. Sarah, die Managerin des Oasis ist dabei sehr hilfsbereit.

Ich hatte mir erhofft, in der Oasis einen Biker, oder ein Bikerteam zu treffen, mit dem/denen ich gemeinsam durch die Mongolei reisen kann. Leider kommen viele aus Richtung „Westen“ und haben die Mongolei bereits hinter sich und sind auf dem Heimweg, oder sie haben die gleiche Richtung wie ich, sind aber viel schneller unterwegs, oder suchen mehr Grenzerfahrung (Offroad) als ich. Sehr schade.

Unterwegs ein Pferderennen

Auf der Fahrt nach Tsetserleg sehe ich an mehreren Stellen Pferderennen im Rahmen des Naadam Festes. Ich bin immer wieder fasziniert, mit welcher Eleganz und Harmonie sich Reiter und Pferd durch die Steppe bewegen.

Marko und Mlad aus Serbien und John aus Australien (seit 4 Jahren unterwegs)

In Tsetserleg, ca. 480km westlich von Ulaanbaatar finde ich im Gästehaus Fairfield eine angenehme Unterkunft. Ähnlich wie die Oasis ist hier ein Travellertreff, in dem sich wieder alles trifft, oder wieder trifft. Diesmal schlafe ich in einer Gear und kann mich prima ausruhen.

Im Fairfield treffe ich die beiden Biker Marko und Mlad aus Serbien wieder, 2 echt nette Jungs, mit denen glaube ich „Pferde stehlen“ könnte. Ich denke, ich werde die Beiden kurz vor der Grenze nach Russland noch mal wieder treffen.

Grenzerfahrung (Zollunion Russland und Anreinerstaaten)

Von Ulan Ude geht es jetzt Richtung Süden zur Grenze der Mongolei. Nach runde 250km erreiche ich dann die Russisch Mongolische Grenze. Ab Ulan Ude hat sich das Wetter/Klima sehr verändert und es ist richtig warm, so um die 35Grad.

An der Grenze angekommen, muss ich erst mal eine Stunde in der prallen Sonne warten und dampfe bald aus allen Knopflöchern der Motorradkombi. Nachdem ich dann in das Zollgebiet rein gelassen werde, beginnt die nächste Etappe. Alle Dokumente werden verlangt und überprüft. Das Immigrationsdokument habe ich, aber keine Zolldeklaration für mein Motorrad. Hatte mich auch schon bei der Einreise von Kasachstan nach Russland gewundert, dass ich bzgl. meines Motorrades nichts deklarieren musste.
Ich gebe dem Zollbeamten zu verstehen, dass ich keine Zolldeklaration für das Motorrad bei der Einreise ausgestellt bekommen habe. Er schüttelt heftig mit dem Kopf und fordert mich mit zunehmender Lautstärke auf, ihm die Zolldeklaration auszuhändigen. Da ich ihm diese aber nicht geben kann,  lässt er mich links liegen.

Nach einer Stunde kommt der Zollbeamte wieder und schickt mich zur Passkontrolle. Auch hier werde ich wieder nach der Zolldeklaration gefragt … Irgendwann krame ich alle Dokumente heraus, die ich so habe und zeige die Zolldeklaration, die ich an der kirgisischen Grenze ausgestellt bekommen habe. Und siehe dar, hiermit können sie dann etwas anfangen, da ich mich in der Zollunion Russland, Kasachstan, Kirgisien, …. befinde. Wusste ich bis dto. nicht, dass es diese überhaupt gibt. Bin ich froh, dass sich dieser Punkt geklärt hat. Inzwischen werde ich aber von der Zollleitung, also Chefchef befragt und behandelt.

Bei der Passkontrolle tritt nochmal ein Problem auf. In meinem Pass mit dem russischen Visum sind die Stempel der vorherigen Länder wie Kirgisien, Kasachstan usw. nicht vorhanden, was mich schon mal verdächtig macht. Bis ich dann verstanden hatte, dass sie fehlende Stempel sucht (Chefchef ist eine Frau), gebe ich zu verstehen, dass ich einen zweiten Pass habe und zeige diesen auch vor. Mit großem Erstaunen wird dieser Pass in Augenschein genommen und man wundert sich sehr, dass ich einen zweiten Pass habe. Dies kann ich dann schnell erklären, da der zweite Pass im Dezember ungültig wird. Das ich noch einen dritten Pass dabei habe, verschweige ich aber vorsichtshalber. Als  auch das geklärt ist, fragt mich die Zollbeamtin, wo ich denn bisher so her gereist bin und wo ich hin möchte. Ich erzähle ihr von meiner Reiseidee und auch meinem Ziel. Inzwischen geht alles sehr freundlich und zuvorkommend von statten und sie füllt mir sogar noch  Dokumente aus und zeigt mir den Weg zu den nächsten Stationen. Gott sei Dank

Nach runde 4 Stunden ist es dann geschafft und ich kann den russischen Zollbereich in Richtung Mongolei verlassen.

Die Grenzformalitäten an der mongolischen Grenze sind nach einer Stunde erledigt. Ich habe jetzt sogar eine mongolische Fahrzeugverischerung.

Insgesamt habe ich für diesen Grenzübergang runde 5 Stunden benötigt und bin doch ziemlich entnervt von den Formalitäten. Aber so ist es nun mal, geschafft ist geschafft und nun auf ein nächstes.

Irkutsk und der Baikalsee

Abendstimmung am Angara Fluß (Ablauf des Baikal)

Kleiner Streifzug durch Irkutsk

Irkutsk selbst bietet touristisch einiges, hier eine Info darüber. Ich denke, dass meine Fotokünste weit unter denen liegen, im Vergleich zu denen, die im Netz verfügbar sind … Auch habe ich nicht alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert.

Es ist mal wieder an der Zeit, eine Pause für die große Wäsche einzulegen und um das  Motorrad waschen zu lassen. Mein Motorradanzug stand auch vor Dreck. Auch brauchte ich eine mentale Pause und möchte einfach mal nichts zu tun ….

In Irkutsk treffe ich Hubert schon zum vierten Mal wieder. Er hat die Mongolei mit seiner WD 250 bereist und ist auf dem Rückweg nach Hause. Seine Erfahrungen sind für mich noch mal ein sehr wichtiger Abgleich auf schwierige Stellen und no goes .

Netterweise überlässt Hubert mir sein zweites Navi (Garmin) und seine Karte von der Mongolei.

Abendstimmung am Baikal

Von Irkutsk ca. 70km entfernt liegt der Baikal. Der Baikal ist touristisch nach meiner Meinung noch wenig erschlossen …

Eine Spezialität des Baikals, der Omul Fisch lasse ich aus, dieser Fisch ist nicht mein Favorit.

Unterwegs in Sibirien

Die Mongolen kommen?!

Straßenverhältnisse  und Eindrücke von der Weite Sibiriens

Bei dem Crash mit dem Motorrad in den Bodenwellen ist mir auch mein Smartphone im hohen Bogen auf die Straße gefallen und dabei zerstört worden. Damit ist mir auch meine zweite Navigationsmöglichkeit ausgefallen. Also ohne Karte und Navi von Utscheral nach Semey und dann weiter nach Branaul. Da ich die Strecke 2011 bereits gefahren war, konnte ich mich einigermaßen aus dem Gedächtnis bis nach Branaul zurecht finden. In Branaul konnte ich dann ein neues Sony xpedia Z3 compact kaufen.

Sibirien ist einfach riesig. Von der Grenze Sibiriens bei Semey bis nach Irkutsk sind es ca. 2.500km und dann ist man erst in Mittelsibirien. Von Irkutsk bis nach Wladiwostok sind es noch sage und schreibe 3.800km. Branaul, Kemerowo, Krasnojarsk, Irkutsk oder Ulan Ude sind dabei alles Städte zwischen 500.000 bis 1Mio. Einwohner. Also vergleichbar mit Hannover und größer. Diese Städte  empfinde ich als lebendig und modern.

Im Verkehr geht es sehr diszipliniert zu. Mir fällt besonders auf, wenn man als  Fußgänger unterwegs ist und den Zebrastreifen betritt, hält der Verkehr sofort an und man kann die Straße in Ruhe überqueren.

Noch eine Anmerkung zur Offenheit der Menschen in Sibirien. Ich werde auch hier auf dem Motorrad von vielen Autofahrern freundlich gegrüßt und erhalte vielerwegs das Daumen hoch zeichen ….

Motorrad-Abenteuer durch Zentral- und Südost-Asien